Beschreibung
Die Dineh (auch Dinéh oder Diné genannt) oder Navajo sind ein indigenes Volk Nordamerikas, dessen Mehrheit im Dinetah-Reservat (Dinétah) in den Wüstenstaaten der USA lebt. Laut Volkszählung von 2005 waren 338.443 Dineh in den Vereinigten Staaten registriert. Der Name „Navajo“ stammt, einigen Quellen zufolge, vom Spanischen, anderen zufolge von den Pueblo-Völkern (Navajo soll sich von einem Wort für „Landdieb“ ableiten). Dieser Name wird auch heute noch häufig verwendet, obwohl die Dineh selbst den Namen „Dineh“ bevorzugen. Die Aussprache ist „na-WA-cho“, die angloamerikanische Variante lautet „NA-va-ho“. Die Dineh und die N'de (Apache) stammen von den Athapasken ab, die die Sprache Na-Dené sprachen und noch heute in Zentral-Kanada leben. Der Name Dineh ähnelt daher sehr dem Namen, den sich die verwandten Chipewyan aus Kanada gaben: Denesuline. Um 1500 wanderten die Vorfahren der Dineh und N'de in großer Zahl in den tiefen Süden der USA ein und begannen ein nomadisches Leben in den Wüsten- und Präriegebieten von Arizona, Utah und Colorado. Ursprünglich bildeten die Dineh und N'de ein einziges Volk, doch aus unbekannten Gründen spaltete sich die Gruppe. Während die Dineh sich bereits seit Jahren in den Ebenen durch Schafe, Bisons und Ackerbau selbst versorgten, lebten die N'de weiterhin in den San Francisco Mountains. Aufgrund des trockenen Klimas der Wüstenregionen entwickelte sich der Ackerbau für die Dineh nie zur Haupteinnahmequelle. Ihre Nahrung stammte hauptsächlich von den Bisons, die in ganz Zentralnordamerika verbreitet waren, und den großen Schafherden, die die Dineh hielten. Männer und Frauen arbeiteten als Schafhirten, doch die wenigen angebauten Feldfrüchte mussten von den Frauen bestellt und geerntet werden. Die Wasserknappheit in der Region machte ein nomadisches Leben notwendig. Um zusätzliche Vorräte zu beschaffen, wurden die umliegenden Dörfer der Tewa und Hopi während der Erntezeit so regelmäßig überfallen, dass die Wege der Dineh durch das Land zu ausgetretenen Pfaden geworden sind. Ähnlich wie die N'de, aber anders als die Pueblo, bauten die Dineh keine Lehmhäuser, sondern lebten in Hogans. Diese hatten den Vorteil, schnell verpackt und leicht transportiert werden zu können. Typischerweise wurden die Hogans in Schluchten oder unter steilen Klippen errichtet, wo sie für feindliche Kundschafter auf den Hügeln schwer zu entdecken waren. Die tägliche Verwaltung oblag einem Stammesältesten, der sich mit anderen Ältesten und den Kriegern beriet. Gemeinsam konnten sie über Krieg oder Frieden entscheiden. Die größten Gegner der Dineh waren die Pueblo, mit denen sie häufig um die Kontrolle über das Land und das Recht, die dortigen Büffelherden zu jagen, stritten. Die Religion der Dineh war tief im Glauben an die Heilkraft von Liedern verwurzelt und basierte fast ausschließlich darauf. Diese Lieder wurden oft von einem Medizinmann gesungen. Sie beteten nicht zu einem Gott oder Geist, sondern sangen ein bestimmtes Lied, um eine bestimmte Krankheit zu heilen. Die Lieder hatten oft einen mythischen oder gebetshaften Hintergrund. Es gab Lieder über die Berge, die Bisons, das Wasser und praktisch alles andere, was im Leben der Dineh wichtig war. Ein Lied beschrieb, wie ein bestimmter Aspekt der Welt entstanden war. Wichtige Verse wurden manchmal bis zu viermal wiederholt, um ihre Wirkung zu verstärken. Heute kennen wir mindestens 35 Heilgesänge mit über 500 Liedern, die der Medizinmann auswendig lernen musste. Zusätzlich zu den Liedern schufen die Dineh auch Sandbilder, die auf den Themen ihrer Lieder basierten. Diese Bilder wurden in den Sand gemalt und waren so groß, dass der Kranke darin sitzen oder knien konnte. Innerhalb eines Kreises wurde dann das Tier oder der Gegenstand gezeichnet, den das Lied beschrieb. Der Patient sollte durch den Gesang des Medizinmanns Heilkräfte daraus schöpfen. Jedes der 35 Lieder hatte sein eigenes Bild.
Der Bär als Glückssymbol:
Er symbolisiert Stärke, Robustheit und Kraft. Gleichzeitig steht er für Geborgenheit, Sanftheit und Wärme. Für die Ureinwohner Nordamerikas symbolisierte er zudem Selbsterkenntnis und Heilung. Die griechische Jagdgöttin wurde mitunter mit Bären dargestellt. (Diana)





